Hier haben wir häufig gestellte Fragen zum Thema Mikro-KWK für Sie beantwortet

Was sind Mikro-KWK-Heizgeräte oder Mikro-KWK-Anlagen?

Mikro-KWK steht für Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung. In Mikro-KWK-Anlagen werden gleichzeitig Wärme und Strom produziert.

Ein Mikro-KWK-Heizgerät ist ein kleines erdgasbetriebenes Heizkraftwerk, das Wärme und Strom für die Gebäudeversorgung direkt vor Ort erzeugt und zwar hocheffizient und umweltschonend. Ein Mikro-KWK-Heizgerät ist damit eine "Strom erzeugende Erdgas-Heizung".

Schließen

Wie funktioniert ein Mikro-KWK-Heizgerät?

Strom und Wärme werden mit einem integrierten Motor erzeugt, der mit einem Stromgenerator gekoppelt ist. Zum Einsatz kommen spezielle Stirling- oder Otto-Motoren. Die Abwärme des Motors wird für die Heizung und/oder das Brauch-Warmwasser im Haus genutzt. Der vom Motor erzeugte Strom wird in das Stromnetz im Haus eingespeist und dort entweder direkt verbraucht oder in das öffentliche Stromnetzweitergegeben. Reicht die Abwärme des Motors nicht aus, wird das Mikro-KWK-Heizgerät durch einen Zusatzbrenner ergänzt. So wird sichergestellt, dass im Haus immer ausreichend Wärme für Heizung und Warmwasser zur Verfügung steht. Der Zusatzbrenner ist bei den meisten Geräten bereits eingebaut. Einige Hersteller verwenden separate Brennwertgeräte (z.B. beim Vaillant ecopower 1.0), die zum Lieferumfang gehören.

Schließen

Warum sind Mikro-KWK-Heizgeräte für Ein- und Zweifamilienhäuser interessant?

Große Heizkraftwerke nutzen die Kraft-Wärme-Kopplung schon lange, um die Brennstoffenergie möglichst effizient auszunutzen. Mit Mikro-KWK-Heizgeräten ist es erstmalig möglich, diese Technologie auch bei Haushaltskunden in Ein- und Zweifamilienhäusern anzuwenden. Durch die angepasste Leistungsgröße ergeben sich preislich als auch energetisch attraktive Lösungen. Für die Planung und Installation braucht es qualifizierte Handwerker. Einen effizienten und störungsfreien Betrieb gewährleisten qualitativ hochwertige Geräte. Daher ist die Zusammenarbeit mit renommierten, erfahrenen Herstellern von Bedeutung. Mikro-KWK-Heizgeräte müssen allerdings nicht für jedes Haus die beste Lösung sein.

Energieverbrauch im Haushalt: In Ein- und Zweifamilienhäusern teilt sich der Energieverbrauch etwa wie folgt auf (1):

  • 75 % Heizwärme
  • 10 % Wärmeenergie für Brauchwarmwasser
  • 15 % Strom

Aufgrund des hohen Wärmeanteils decken Mikro-KWK-Heizgeräte vor allem den Wärmebedarf ab. Zusätzlich produzieren sie Strom. Je mehr Wärme und Strom über Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt wird, desto größer sind die Wirtschaftlichkeit und der Beitrag zum Umweltschutz.

An besonders kalten Tagen produziert ein Spitzenlast-Brenner (Gas-Brennwertgerät) die etwaige zusätzlich benötigte Wärme. Der Spitzenlast-Brenner ist entweder in dem Mikro-KWK-Heizgerät integriert oder wird als separates Heizgerät mit diesem gekoppelt.

(1) Feldtest "Wärmepumpen im Bestand", gemittelte Messwerte 2009 in ca. 50 Bestands-Einfamilienhäusern: Wärmebedarf Heizung: 20.312 kWh/a (73 %), Wärmebedarf TWW: 2.976 kWh/a (11 %), Strombedarf (allg. Statistik) 4.500 kWh/a (16 %).

Schließen

Welche Vorteile hat ein Mikro-KWK-Heizgerät für mich?

Die gekoppelte Erzeugung von Wärme und Strom führt zu einer effizienteren Ausnutzung des eingesetzten Brennstoffes. Die Energieeffizienz ist höher als bei der getrennten Erzeugung von Wärme in einem Heizkessel und Strom im Kraftwerk. Dadurch wird Primärenergie eingespart und der CO2-Ausstoß reduziert.

Das Ziel beim Einsatz von Mikro-KWK-Heizgeräten ist die vollständige und sichere Selbstversorgung mit Wärme für Heizung und Brauch-Warmwasser. Die Heiz-Leistung der Geräte ist dabei auf für den Energiebedarf von Ein- oder Zweifamilienhäuser optimiert. Gleichzeitig produzieren die Mikro-KWK-Heizgeräte Strom. Der erzeugte Strom kann direkt im Haushalt genutzt werden. Je mehr Strom erzeugt wird, desto weniger muss aus dem öffentlichen Netz bezogen werden. Neben den wirtschaftlichen Vorteilen reduziert sich die Abhängigkeit von steigenden Strom-Marktpreisen.

Schließen

Welche Gebäude sind geeignet? Welche Voraussetzungen müssen für einen Einbau erfüllt sein?

Einfamilien-, Zweifamilien- und kleinere Mehrfamilienhäuser sind ab einem bestimmten Wärmebedarf geeignet. Eine grundsätzliche Voraussetzung ist der Anschluss des Gebäudes an ein Erdgas-Versorgungsnetz.

Mikro-KWK-Heizgeräte sind vor allem für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden interessant, deren Wärmebedarf über denen von Neubauten liegt. Damit die Vorteile eines Mikro-KWK-Heizgerätes voll genutzt werden, ist eine ausreichend große Auslastung des Gerätes erforderlich – in der Regel mindestens 4.000 Betriebsstunden pro Jahr. Hierfür sollte das Haus einen Gasverbrauch von mindestens 15.000 Kilowattstunden pro Jahr aufweisen. Mit steigender Auslastung erhöhen sich die Effizienz und die Wirtschaftlichkeit des Gerätes.

Für die Aufstellung eines Mikro-KWK-Heizgerätes sollte ein ausreichend großer Heizungsraum zur Verfügung stehen. Denn die gesamte Installation des KWK-Systems umfasst in der Regel auch einen Warmwasser- oder Pufferspeicher. Das Heiz-Aggregat selbst hat die Abmessungen eines gewöhnlichen Heizgerätes.

Die Anbindung an das lokale Stromnetz hängt vom jeweiligen Netzbetreiber ab. Die ausführenden Handwerker müssen vom Netzbetreiber zugelassenen sein

Schließen

Wie hoch sind die Kosten für die Anschaffung?

Die exakten Kosten sind von den individuellen Voraussetzungen vor Ort abhängig. Die Gesamtkosten einer Installation sind vergleichbar mit anderen innovativen Heizsystemen wie z.B. Wärmepumpen oder Gas-Brennwertheizungen mit Solarthermie zur Warmwasserbereitung und Heizung. Die Installationskosten sind individuell vom Aufwand und Leistungsumfang abhängig.

Schließen

Welche Lebensdauer hat ein Mikro-KWK-Heizgerät?

Die Lebensdauer beträgt rund 15 Jahre und ist damit vergleichbar mit der Lebensdauer gewöhnlicher Heizgeräte.

Schließen

Deckt ein Mikro-KWK-Heizgerät den gesamten Strombedarf ab?

Mikro-KWK-Heizgeräte sind zur optimalen Abdeckung der Wärme-Grundlast ausgelegt. Zusätzlich kann ein Großteil des eigenen Strombedarfs abgedeckt werden. Wie hoch der individuelle Strombedarf ist, hängt von Ihrem Verbrauchsverhalten und der Beschaffenheit Ihres Gebäudes ab. Ist der Verbrauch hoch, muss zusätzlich Strom aus dem Netz bezogen werden. Bei besonders geringem Verbrauch kann der selbst erzeugte Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden.

Schließen

Muss zusätzlich zum Mikro-KWK-Heizgerät noch ein weiterer Heizkessel betrieben werden? Kann ich meine alte Heizungsanlage weiter nutzen?

Die Mikro-KWK-Heizgeräte sorgen für die Beheizung und das Warmwasser. Ein zusätzlicher Heizkessel ist nicht erforderlich. In Zeiten mit besonders hohem Wärmebedarf (z.  B. im Winter) stellt ein Spitzenlast-Brenner die ausreichende Wärme-Erzeugung sicher. Dieser ist bei den meisten Geräten integriert. Einige Hersteller verwenden separate Brennwertgeräte, die zum Lieferumfang des jeweiligen Mikro-KWK-Heizgerätes gehören. Daher ist es weder sinnvoll noch nötig, ein neues Mikro-KWK-Heizgerät mit einem alten, bestehenden Heizkessel zu kombinieren.

Schließen

Werden die im Haus vorhandenen Leitungen genutzt?

Ja, das alte Leitungssystem und die bisherigen Heizkörper können normalerweise weiter verwendet werden. Das Mikro-KWK-Heizgerät (ggf. mit neuem Speicher) ersetzt einfach den alten Heizkessel und wird an das vorhandene Rohrleitungsnetz angeschlossen. Um einen wirtschaftlichen Betrieb zu gewährleisten, ist grundsätzlich ein hydraulischer Abgleich durchzuführen.

Schließen

Sind besondere Genehmigungen für den Einbau erforderlich – zum Beispiel vom örtlichen Stromversorger?

In der Regel müssen keine besonderen Genehmigungen eingeholt werden. Die Mikro-KWK-Heizgeräte besitzen eine CE-Zertifizierung und sind für die allgemeine Installation zugelassen. Die Anbindung an das  Stromnetz hängt vom lokalen Netzbetreiber ab. Dazu muss die Anlage beim zuständigen Betreiber angemeldet werden. Die Anbindung an das Stromnetz kann nur ein entsprechend qualifizierter Elektro-Handwerker vornehmen. Dieser muss vom Netzbetreiber zugelassen und mit den örtlichen Vorschriften vertraut sein.

Schließen

Gibt es staatliche Förderzuschüsse für Mikro-KWK-Heizgeräte? Wie hoch ist die Förderung und in welcher Form gibt es sie?

Kraft-Wärme-Kopplung wird von der Bundesregierung durch ein eigenes Fördergesetz, das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG), und durch staatliche Förderprogramme unterstützt. Für Neubauten sowie Sanierungsmaßnahmen ab einem gewissen Umfang schreibt das Erneuerbare- Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) vor, dass ein bestimmter Prozentsatz der Nutzwärme im Gebäude mit erneuerbaren Energien abgedeckt werden muss. Mikro-KWK-Heizgeräte sind dafür geeignet. Folgende Zuschüsse kommen in Betracht:

Stromerzeugungs-Bonus

Für KWK-Geräte bis zu 50 kWel-Leistung, die bis zum 31.12.2016 in Betrieb genommenen werden, gilt: Jede mittels Kraft-Wärme-Kopplung erzeugte Kilowattstunde Strom wird durch das KWK-Gesetz mit einem Bonus von 5,11 Ct/kWhel belohnt. Ganz gleich, ob der Strom dem Eigenverbrauch dient oder ins Stromnetz eingespeist wird. Dieser Bonus ist für 10 Jahre ab Inbetriebnahme garantiert.

Mindestvergütung für ins Netz eingespeisten Strom

Für überschüssigen, ins Netz eingespeisten Strom erhält der Erzeuger eine Mindestvergütung in Höhe des durchschnittlichen EEX-Baseload-Preises des vergangenen Quartals. Dieser Preis ist stark schwankend und vom Börsenkurs abhängig. Er lag in den letzten drei Jahren zwischen 3 und 7 Ct/kWh.

Hinzu kommt eine Erstattung von vermiedenen Netznutzungsentgelten. Diese hängen von den regionalen Stromnetzbetreibern ab und liegen in der Größenordnung von 0,3 bis 0,6 Ct/kWh.

Rückvergütung der Erdgas-Steuer

Das in KWK-Anlagen eingesetzte Erdgas ist von der Erdgas-Steuer befreit. Diese kann vom Hauptzollamt erstattet werden und beträgt 0,55 ct/kWh. KfW-Fördermittel bei Gebäudesanierung Bei energetischen Gebäudesanierungen können KfW-Förderprogramme greifen. Hier sind Investitionskosten-Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite möglich.

Schließen

Wie funktioniert die Auszahlung der Zuschüsse?

Zunächst muss die KWK-Anlage beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie beim Strom- und Netzbetreiber angemeldet werden. Damit dieser den KWK-Bonus und die Vergütung für den eingespeisten Strom auszahlen kann, muss ein Zweirichtungszähler für Strombezug und Einspeisung installiert werden. Die vermiedenen Netznutzungsentgelte zahlt ebenfalls der Netzbetreiber aus. Die Rückvergütung der Erdgas-Steuer erfolgt durch das zuständige Hauptzollamt.

Schließen
Strom erzeugende Erdgasheizung

Mikro-KWK

Eine Mikro-KWK-Anlage – oder auch Strom erzeugende Erdgasheizung – produziert gleichzeitig Wärme und Strom.

Mehr Informationen