Detaillierte Trinkwasseranalyse

Informationen zur Analyse

Die nachfolgend tabellarisch zusammengestellten Analysen basieren auf Untersuchungsergebnissen der Westfälischen Wasser- und Umweltanalytik GmbH (WWU). Die WWU ist als akkreditierte Untersuchungsstelle von der Stadtwerke Essen AG und den als Vorlieferanten tätigen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften mit der Trink- und Rohwasserüberwachung beauftragt. Einen geringen Teil der Analysen vergibt die WWU als Unterauftrag an renommierte Untersuchungsstellen, wie z. B. das Hygiene-Institut des Ruhrgebiets in Gelsenkirchen. Nicht dargestellt, aber für die Kontrolle der Prozesse im Wasserwerk von großer Bedeutung, sind die in den Werken installierten, kontinuierlich messenden Geräte. Sie überwachen wichtige Parameter, wie Trübung, pH-Wert, Leitfähigkeit und Desinfektionsmittelkonzentration.

In den Ergebnistabellen sind die Werte der Laboranalytik parameterweise in Stoffgruppen, teilweise in Untergruppen gegliedert. Aufgeführt sind nicht nur die nach Trinkwasserverordnung erforderlichen Analysen, sondern alle Untersuchungsergebnisse des betreffenden Zeitraums. Ergänzend untersucht wird dabei insbesondere eine Vielzahl an organischen Spurenstoffen. Diese werden im Allgemeinen nicht aus gesundheitlichen Erwägungen analysiert, sondern vorsorglich aus Eigenverantwortung des Unternehmens bzw. aufgrund eines bestehenden öffentlichen Interesses.

Wie die Daten zu lesen sind

Zu den Daten gelangt man durch Aufblenden der jeweiligen Gruppenüberschrift. Bei den organischen Spurenstoffen muss zunächst die gewünschte Untergruppe angewählt werden. Die Parameter sind in den Datenübersichten überwiegend in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt, unabhängig von chemisch-strukturellen Verwandtschaften oder Wirkstoff-Eigenschaften. Bei der Beurteilung der Ergebnisse muss man folgendes beachten: Entsprechend der gängigen Laborpraxis und in Abhängigkeit von den üblicherweise vorliegenden Konzentrationsbereichen sind die Analysenwerte entweder in Milligramm pro Liter [mg/l] oder in Mikrogramm pro Liter [µg/l] angegeben. Bei Werten in Mikrogramm pro Liter ist die Konzentration 1.000-fach geringer als bei Werten in Milligramm pro Liter (siehe Rubrik „Maßeinheiten“). 

Zeitraum der Analyse

Die Daten werden in einem Zeitabstand von ca. drei Monaten aktualisiert. Übertragen werden die Befunde als Quartalsmittelwerte mit einem Zeitverzug von etwa einem Monat. Dieser wird benötigt, damit die Ergebnisse auch für zeitintensive und aufwendig zu analysierende Parameter vollständig vorliegen. In Ausnahmefällen können dennoch Werte fehlen, wenn die Ergebnisse aus besonderem Grund nach Ablauf des Monats noch nicht vorliegen.

Die Bedeutung der Werte

In Abhängigkeit von den Untersuchungsprogrammen schwanken die Parameterumfänge der Analysen teils sehr stark. Damit die Übersichten überschaubar bleiben, werden keine Einzelanalysen, sondern Quartalsmittel wiedergegeben. Einzelwerte können vorliegen, wenn die Komponenten einer Parametergruppe lediglich einmal pro Quartal analysiert werden. Fehlende Angaben bedeuten, dass der Parameter im betreffenden Zeitraum nicht untersucht wurde. Bei speziellen Hinweisen zu einzelnen Werten wird bei dem entsprechenden Parameter ein Bemerkungsfeld eingeblendet.

Als Vergleichswerte für die aktuellen Daten sind in den Tabellen die Minimum- und Maximum-Werte und die Jahresmittel des Vorjahres aufgeführt. Sie zeigen die Schwankungsbreite des betreffenden Parameters, die z. B. auf jahreszeitlichen Aspekten beruht. Die Mittelwerte des Vorjahres dienen als allgemeine Vergleichswerte für die aktuellen Quartalsanalysen. Wenn die Vergleichswerte fehlen, wurde der betreffende Parameter im Vorjahr nicht analysiert.

Grenzwerte und Vorsorgewerte

Zur Beurteilung der Analysenergebnisse sind (soweit vorhanden) die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung angegeben. In einer gesonderten Spalte sind (ebenfalls sofern vorhanden) gesundheitliche Vorsorgewerte aufgeführt, die das Umweltbundesamt für eine Vielzahl an Spurenstoffen als Leitgrößen zur Bewertung dieser Stoffe formuliert hat. Als Grundlage für die Festlegung von Grenzwerten für chemische Stoffe wird davon ausgegangen, dass eine 75 kg schwere Person 70 Jahre lang täglich zwei Liter Wasser zu sich nimmt. Zur Berücksichtigung anderer Aufnahmequellen, z. B. über die Nahrung, wird der Wert in der Regel noch durch 10 geteilt. Das heißt, dass zehn Prozent der insgesamt duldbaren Aufnahme aus dem Trinkwasser herrühren dürfen. Weitere Erläuterungen hierzu sowie allgemeine Informationen und Erläuterungen zur Darstellung der Analysen und zu den Tabellen können der Rubrik “Erläuterung“ entnommen werden.

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Allgemeine Parameter

Die allgemeinen Parameter beschreiben grundlegend die Qualität eines Wassers. Hierzu gehören z.B. Parameter, die die Korrosionseigenschaften beschreiben wie pH-Wert, Leitfähigkeit oder Calcitlösekapazität, Summenparametern wie SAK oder DOC und sensorische Kenngrößen (Geruch).

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
Temperatur Probenahme°C12,97,123,719,6
elektrische Leitfähigkeit 25°CµS/cm4543425834892790
pH-Wert-7,947,778,387,986,5 - 9,5
Geruch (TrinkwV)-0000
Geruchsschwellenwert-11113
Geschmack (TrinkwV)-0000
Spektraler Adsorptionskoeffizient (SAK-254)1/m1,41,31,71,1
SAK-436 nm (Färbung)1/m< 0,10< 0,10< 0,10< 0,100,5
TrübungFNU0,070,050,210,051
Säurekapazität pH 4,3mmol/l2,021,72,422,09
Basekapazität pH 8,2mmol/l0,050,010,070,03
Härtemmol/l1,281,081,511,4
Gesamthärte°dH7,268,57,8
Karbonathärte°dH5,74,86,85,9
Härtebereich-111
Sauerstoffmg/l9,16,712,19,3
TOC (Total Organic Carbon)mg/l0,90,71,20,7

Kationen

Kationen sind positiv geladene Teilchen. Die Stoffe Calcium, Magnesium, Kalium oder Natrium sind als Mineralstoffe praktisch in jedem Wasser enthalten. Ammonium, Eisen oder Mangan können in Abhängigkeit der geogenen oder hydraulischen Bedingungen im Einzugsgebiet zwar in höheren Konzentrationen im Rohwasser enthalten sein, werden aber in den meisten Fällen bei der Aufbereitung zu Trinkwasser weitgehend entfernt.

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
Ammoniummg/l< 0,05< 0,020,02< 0,050,5
Bormg/l0,05< 0,050,10,081
Calciummg/l39335044
Kaliummg/l4355
Magnesiummg/l7,16,29,17,7
Natriummg/l36255142200

Anionen

Die negativ geladenen Teilchen sind die „Gegenspieler“ der Kationen in den Mineralsalzen und gemeinsam mit ihnen nicht nur gesundheitlich bedeutsame Inhaltsstoffe, sondern auch Geschmacksträger für das Trinkwasser. Bromat, das ebenfalls in diese Gruppe gehört, ist im Rohwasser im Allgemeinen nicht nachweisbar. Es kann im Zuge der Wasseraufbereitung als Reaktionsprodukt entstehen und ist mit einem niedrigen Grenzwert von 0,01 Milligramm pro Liter [mg/l] belegt.

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
Bromatmg/l< 0,0025< 0,0025< 0,0030< 0,00250,01
Bromidmg/l0,090,060,150,11
Chloridmg/l50307259250
Cyanidmg/l< 0,005< 0,005< 0,010< 0,0050,05
Fluoridmg/l0,110,090,140,121,5
Nitratmg/l10,67,2158,550
Nitritmg/l< 0,01< 0,010,01< 0,010,1
Summe Nitrat/50+Nitrit/3mg/l0,20,10,30,21
Phosphat (PO4) gesamtmg/l0,250,210,310,25
Silikatmg/l5,23,96,95,8
Sulfatmg/l38304741250

Metalle

Es ist nicht selten erforderlich im Rohwasser enthaltenes Eisen und Mangan im Zuge der Trinkwasseraufbereitung zu entfernen. Andere Metalle und Schwermetalle sind im Trinkwasser üblicherweise nur in geringsten Spuren und häufig gar nicht nachweisbar. Für die Hausinstallation von Interesse sind Kupfer, Nickel, Blei, teilweise auch Cadmium. Diese Metalle können werkstoffbedingt in das Trinkwasser übergehen. Bei den Ergebnistabellen sind die unterschiedlichen Dimensionen (Milligramm pro Liter [mg/l], Mikrogramm pro Liter [µg/l]) zu beachten.

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
Aluminiumµg/l< 10< 1011< 10200
Antimonµg/l< 1,0< 1,0< 1,0< 1,05
Arsenµg/l< 1,0< 1,0< 1,0< 1,010
Bleiµg/l< 1< 11< 110
Cadmiumµg/l< 0,3< 0,1< 0,3< 0,33
Chromµg/l< 2< 1< 2< 250
Eisenmg/l< 0,010< 0,010< 0,010< 0,0100,2
Gadoliniumµg/l0,0330,0210,050,027
Kupferµg/l< 5< 513< 52000
Manganmg/l0,002< 0,0020,008< 0,0020,05
Nickelµg/l1< 11120
Quecksilberµg/l< 0,10< 0,10< 0,10< 0,101
Selenµg/l< 1,0< 1,0< 1,0< 1,010
Strontiummg/l0,170,140,210,18
Uranµg/l< 1< 10< 110
Zinkµg/l< 5< 5< 5< 5

Organische Spurenstoffe

In der Gruppe der organischen Spurenstoffe sind Substanzen unterschiedlicher chemischer Zugehörigkeiten zusammengefasst. Gemeinsam ist ihnen, dass sie soweit überhaupt vorhanden, im Allgemeinen nur in sehr niedrigen Konzentrationen im Trinkwasser nachweisbar sind. Die Fortschritte in der chemischen Analytik führen aber zunehmend dazu, dass Stoffe aus der industriellen Produktion und den Anwendungsbereichen in Industrie, Landwirtschaft, Landschafts- und Gartenpflege, Medizin und dem häuslichen Umfeld in der Umwelt und teils auch im Trinkwasser nachweisbar werden. Zur übersichtlichen Darstellung der Analysen sind die Einzelkomponenten in den Datentabellen in stoffbezogene Untergruppen unterteilt. In der Trinkwasserverordnung sind für viele der Stoffe keine Grenzwerte zur Beurteilung der gesundheitlichen Relevanz vorhanden. In einigen Fällen können zur Bewertung aber Empfehlungen des Umweltbundesamtes (UBA) oder anderer Stellen herangezogen werden. Informationen über die unterschiedlichen Bewertungsansätze sind beispielsweise unter http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/377/dokumente/grenzwerte_leitwerte.pdf zu finden. Für das Trinkwasser sind insbesondere die vom UBA aufgestellten allgemeinen Leit- oder Vorsorgewerte geeignet. Sie sind daher in den Analysetabellen zusätzlich zu den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung in der Spalte Vorsorgewerte aufgeführt. Für Stoffe, die das UBA umfänglich bewertet hat, stellt es sogenannte Gesundheitliche Orientierungswerte (GOW) auf. Als spezielle auf das Trinkwasser bezogene Leitwerte sind die GOW in der Spalte Vorsorgewerte durch Fettdruck markiert.

Pflanzenschutzmittel (PSM)

Pflanzenschutzmittel können durch einen nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch oder ungünstige Witterungsbedingen während der Anwendungszeit in die Gewässer gelangen. Haupteintragspfad ist die landwirtschaftliche Anwendung. Nicht unerhebliche Mengen können aber auch über Kläranlagen eingetragen werden, durch nicht sachgemäße Anwendungen in Heim und Garten oder auf versiegelten Flächen. Schädlingsbekämpfungsmittel werden in der geltenden Trinkwasserverordnung als Biozidprodukt-Wirkstoffe bezeichnet. Sie werden beim Land- und Gewächshausanbau, als Hilfsmittel gegen Tier- vor allem Insektenbefall und zur Verhinderung von sogenanntem „Biofouling“ z. B. in Schutzanstrichen verwendet. Die Mittel sind in verschiedene Wirkstoffklassen unterteilt. Sie umfassen die Insektizide, Herbizide, Fungizide, Nematizide und weitere nach Anwendungsfeldern gegliederte Komponenten. Nach Trinkwasserverordnung sind Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe gemeinsam mit Biozidprodukt-Wirkstoffen mit einem Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter [µg/l] für die Einzelsubstanzen und einem von 0,5 Mikrogramm pro Liter [µg/l] für die Summe aller in einer Wasserprobe nachzuweisenden Wirkstoffe belegt. Um die nach Trinkwasserverordnung erforderlichen Untersuchungen an die in einem Wassereinzugsgebiet relevanten Wirkstoffe und die örtlichen Gegebenheiten anzupassen, wird der Wirkstoffumfang regelmäßig mit den zuständigen Behörden abgestimmt.

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
2,4-D (4-(2,4-Dichlor-phenoxy)essigsäure)µg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Atrazinµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Bentazonµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Bifenox µg/l< 0,050< 0,050< 0,050< 0,0500,1
Bromoxynilµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Carbendazimµg/l< 0,025< 0,025< 0,0250,1
Carfentrazon-ethylµg/l< 0,050< 0,050< 0,0500,1
Chloridazonµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Chlorthalonilµg/l< 0,050< 0,050< 0,0500,1
Chlortoluronµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Clodinafop-propargylµg/l< 0,050< 0,050< 0,0500,1
Clopyralidµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Clothianidinµg/l< 0,025< 0,025< 0,0250,1
Diethyltoluamid (DEET)µg/l< 0,025< 0,025< 0,0250,1
Desmediphamµg/l< 0,100< 0,050< 0,1000,1
Dichlorprop (2,4 DP)µg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Diflufenikanµg/l< 0,050< 0,050< 0,0500,1
Diuronµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Epoxiconazoleµg/l< 0,050< 0,050< 0,050< 0,0500,1
Ethofumesatµg/l< 0,100< 0,050< 0,1000,1
Fenpropimorphµg/l< 0,050< 0,050< 0,050< 0,0500,1
Flufenacetµg/l< 0,050< 0,050< 0,0500,1
Fluroxypyrµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Fuberidazolµg/l< 0,025< 0,025< 0,0250,1
Glyphosat µg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,0250,1
Hexazinonµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Imidaclopridµg/l< 0,025< 0,025< 0,0250,1
Ioxynilµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Isoproturonµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
MCPA ((4-Chlor-2-methylphenoxy)essigsäure)µg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
MCPP (Mecoprop-P, 2-4-(4-Chlor-2-methylphenoxy)propionsäure)µg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Metamitronµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Metazachlorµg/l< 0,050< 0,050< 0,0500,1
Metolachlorµg/l< 0,050< 0,050< 0,0500,1
Metribuzin µg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Parbendazolµg/l< 0,025< 0,025< 0,0250,1
Pendimethalin (Stomp)µg/l< 0,050< 0,050< 0,0500,1
Phenmedipham µg/l< 0,100< 0,050< 0,1000,1
Propiconazoleµg/l< 0,050< 0,050< 0,050< 0,0500,1
Propyzamidµg/l< 0,050< 0,050< 0,050< 0,0500,1
Quinmeracµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Simazinµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Tebuconazol µg/l< 0,050< 0,050< 0,050< 0,0500,1
Terbutrynµg/l< 0,025< 0,025< 0,0250,1
Terbutylazinµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Thiabendazolµg/l< 0,025< 0,025< 0,0250,1
Thiaclopridµg/l< 0,025< 0,025< 0,0250,1
Thiamethoxamµg/l< 0,025< 0,025< 0,0250,1
Triallat µg/l< 0,100< 0,100< 0,100< 0,1000,1
Summe PSM (gem. TrinkwV)µg/l0000,5

Pflanzenschutzmittel-Metabolite

Pflanzenschutzmittelwirkstoffe können beim Kontakt mit dem Boden, der Pflanze und dem Wasser abgebaut werden. Die Abbauprodukte dieser Stoffe sind die sogenannten Metabolite. Nach Pflanzenschutzgesetz sind es fast ausschließlich „nicht relevante“ Metabolite, die keine Wirkeigenschaften oder toxikologische Bedeutung haben. In der Trinkwasser-Verordnung gibt es für diese Substanzen keine Grenzwerte. Für einige liegen gesundheitliche Orientierungswerte (GOW) des Umweltbundesamtes vor. Sie sind in den Tabellen in der Spalte „Vorsorgewert“ aufgeführt.

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
AMPA µg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Bentazon-N-methylµg/l< 0,100< 0,025< 0,100V 0,1
Chlorthalonil-M05µg/l< 0,025< 0,025< 0,0253
Chlorthalonil-M12µg/l< 0,025< 0,025< 0,0253
Desaminometamitronµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Desethylatrazinµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Desethylterbutylazinµg/l< 0,025< 0,025< 0,0500,1
Desphenylchloridazon (Metabolit B)µg/l0,025< 0,0250,054< 0,0253
2,6-Dichlorbenzamidµg/l< 0,025< 0,025< 0,0253
Dimethachlor-ESAµg/l< 0,025< 0,025< 0,0253
Dimethachlor-OAµg/l< 0,025< 0,025< 0,0253
Dimethenamid-ESAµg/l< 0,025< 0,025< 0,0251
Dimethenamid-OAµg/l< 0,025< 0,025< 0,0251
DMS (Dimethylsulfamid)µg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,0251
DMSAµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,0251
DMSTµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,0251
Flufenacet-ESAµg/l< 0,025< 0,025< 0,0251
Flufenacet-OAµg/l< 0,025< 0,025< 0,0251
Methyl-desphenylchloridazon (Metabolit B1)µg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,0253
Metalaxylsäureµg/l< 0,100< 0,100< 0,1001
Metalaxylsäure-CAµg/l< 0,025< 0,025< 0,0251
Metazachlor-OAµg/l< 0,025< 0,025< 0,0251
Metazachlor-ESAµg/l0,025< 0,0250,0313
Metolachlor-ESAµg/l0,025< 0,0250,033
Metolachlor-OAµg/l< 0,025< 0,025< 0,0253
Topramezone-M01µg/l< 0,100< 0,050< 0,100V 0,1
Trifloxystrobin 321113µg/l< 0,100< 0,025< 0,100V 0,1
Trifloxystrobin 413161µg/l< 0,100< 0,050< 0,100V 0,1
Trifloxystrobin 413163µg/l< 0,100< 0,050< 0,100V 0,1
Quinmerac-CAµg/l< 0,100< 0,100< 0,1001

Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen bei einer unvollständigen Verbrennung von organischen Materialien, sind natürlicherweise aber auch in Torf, Kohle oder Rohöl enthalten. Ein wesentlicher Eintragspfad in die Gewässer ist der Abrieb von Teer- bzw. Bitumenoberflächen und die Disposition über die Atmosphäre. Aufgrund der krebserzeugenden Eigenschaften des Benz(a)pyrens besteht für diese Komponente ein eigener, besonders niedriger Grenzwert von 0,01 Mikrogramm pro Liter [µg/l]. Für die Summe der weiteren 4 PAK beträgt der Grenzwert der Trinkwasserverordnung 0,1 Mikrogramm pro Liter [µg/l].

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
Benzo(a)pyrenµg/l< 0,0025< 0,0010< 0,0025< 0,00250,01
Benzo(b)fluoranthenµg/l< 0,0100< 0,0020< 0,0100< 0,01000,1
Benzo(g,h,i)perylenµg/l< 0,0050< 0,0020< 0,0050< 0,00500,1
Benzo(k)fluoranthenµg/l< 0,0050< 0,0020< 0,0050< 0,00500,1
Indeno-1,2,3-(cd)pyrenµg/l< 0,0200< 0,0020< 0,0200< 0,02000,1
Summe PAK (TrinkwV)µg/l00000,1

Arzneistoffe und deren Metabolite

Die Gruppe der Arzneistoffe ist sehr vielfältig. Man unterteilt hier nicht nach der Chemie der Wirkstoffe, sondern nach der Art der Anwendungen z. B. Röntgenkontrastmittel, Antibiotika, Analgetika, Antiepileptika, Betablocker. Für einige Stoffe wie z.B. das Diclofenac oder die Röntgenkontrastmittel hat das Umweltbundesamt Leitwerte festgelegt. Für die anderen (nicht bewerteten Wirkstoffe) gilt der strenge Vorsorgewert von 0,1 Mikrogramm pro Liter [µg/l].

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
Amidotrizoesäureµg/l0,240,120,430,191
AAA (N-Acetyl-4-aminoantipyrin, Metabolit)µg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
FAA (N-Formyl-4-aminoantipyrin, Metabolit)µg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Atenololµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Azilsartanµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Bezafibratµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Candesartan-cilexetilµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Candesartanµg/l0,0690,030,12< 0,0250,3
Clarithromycinµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Carbamazepin µg/l0,037< 0,0250,07< 0,0250,3
Clofibrinsäureµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,0253
Codeinµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Diazepamµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Diclofenacµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,0250,3
Eprosartanµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Erythromycinµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Gabapentinµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,0251
Guanylharnstoffµg/l0,025< 0,0250,12< 0,0251
Ibuprofenµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,0251
Indomethacinµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Iohexolµg/l< 0,05< 0,05< 0,05< 0,051
Iomeprolµg/l< 0,05< 0,05< 0,05< 0,051
Iopamidolµg/l0,160,090,290,11
Iopromidµg/l< 0,05< 0,05< 0,05< 0,051
Ioxithalaminsäureµg/l< 0,05< 0,05< 0,05< 0,051
Irbesartanµg/l< 0,03< 0,03< 0,03< 0,03V 0,1
Losartanµg/l< 0,03< 0,03< 0,03< 0,03V 0,1
Metforminµg/l< 0,025< 0,025< 0,0250,061
Metoprololµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Naproxenµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Olmesartanµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Oxazepamµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Oxcarbazepinµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Phenazonµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Pregabalinµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Primidonµg/l0,025< 0,0250,033< 0,0253
Propranololµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Propyphenazonµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Ranitidinµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Sotalolµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Sulfadiazinµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Sulfamerazinµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Sulfamethazinµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Sulfamethizolµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Sulfamethoxazolµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Sulfapyridinµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Telmisartanµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Tramadolµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Trimethoprimµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Valsartanµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
Valsartansäureµg/l< 0,025< 0,025< 0,0250,030,3

Benzotriazole

Benzotriazole werden vielfältig eingesetzt insbesondere als Korrosionsschutzmittel in Kühlflüssigkeiten und zum Frostschutz. In der Industrie dienen sie als Kühlschmiermittel bei der Metallbearbeitung. Ein spezieller Einsatzzweck ist die Verwendung als Enteisungsmittel z. B. für Flugzeuge. Für die Summe der Benzotriazole beträgt der gesundheitliche Orientierungswert (GOW) 3,0 Mikrogramm pro Liter [µg/l].

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
1-H-Benzotriazolµg/l0,025< 0,0250,051< 0,0253
5,6-Dimethylbenzotriazolµg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
4-Methylbenzotriazolµg/l0,0820,0310,14< 0,0253
5-Methylbenzotriazolµg/l0,025< 0,0250,05< 0,0253

Flammschutzmittel

Flammschutzmittel verhindern oder verlangsamen die Ausbreitung von Bränden (Stoffe, Teppiche, Kleidung etc. aber auch von Geräten). Durch Auswaschungen können sie in die Umwelt gelangen.

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
Tributylphosphatµg/l< 0,010< 0,010< 0,010< 0,010V 0,1
Triphenylphosphatµg/l< 0,010< 0,010< 0,010< 0,010V 0,1
Tris(2Chlorethyl)phosphatµg/l< 0,010< 0,0100,019< 0,01010
Tris(2Chlorpropyl)phosphatµg/l0,01< 0,0100,052< 0,0101
Tris(butoxyethyl)phosphatµg/l< 0,010< 0,010< 0,010< 0,010V 0,1
Tris(dichlorpropyl)phosphatµg/l< 0,010< 0,010< 0,010< 0,010V 0,1

Komplexbildner

Komplexbildner werden sehr häufig eingesetzt, um Metall-Ionen in Wasser, Lebensmitteln und chemischen Produkten in einen für die Verarbeitung günstigen Zustand zu bringen und die Prozessen besser handhabbar zu machen. Eintragspfade in die Umwelt sind vor allem Wasch- und Reinigungsmittel, Produkte der Körperhygiene und die Papierherstellung. Für die Summe der Komplexbildner beträgt der gesundheitliche Orientierungswert (GOW) 10 Mikrogramm pro Liter [µg/l].

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
N-(2-Carboxyethyl)iminodiessigsäureµg/l< 1,0< 1,0< 1,0< 1,010
Cyclohexandiamintetraessigsäureµg/l< 5,0< 5,0< 5,0< 5,010
Diethylentriaminpentaessigsäure (DTPA)µg/l< 2,0< 2,0< 2,0< 2,010
Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA)µg/l3,32,64,22,310
Ethylenglycol-bis-(1-amino-ethylether)-N,N,N',N'-tetraessigsäureµg/l< 5,0< 5,0< 5,0< 5,010
Methylglycindiessigsäureµg/l< 1,0< 1,0< 1,0< 1,010
Nitrilotriessigsäure (NTA)µg/l< 1,0< 1,0< 1,0< 1,010
3,3’,3’’-Nitrilotripropionsäureµg/l< 1,0< 1,0< 1,0< 1,010
1,3-Diaminopropane-N,N,N',N'-tetraessigsäure (1,3-DTPA)µg/l< 2,0< 2,0< 2,0< 2,010

Leichtflüchtige aromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX)

BTEX ist die Abkürzung von Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylole. Als Gruppe zusammengefasst sind es die wichtigsten Vertreter der leichtflüchtigen aromatischen Kohlenwasserstoffe, von denen vor allem das Benzol stark toxisch und in der Trinkwasserverordnung mit einem Grenzwert von 1,0 Mikrogramm pro Liter [µg/l] belegt ist. Die Substanzen können generell Bestandteil von Erdölprodukten sein und sind oft Begleitstoffe von z. B. Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und somit auch Altlastenanzeiger.

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
Benzolµg/l< 0,1< 0,10,3< 0,11
Ethylbenzolµg/l< 0,1< 0,1< 0,1< 0,1V 0,1
Toluolµg/l< 0,1< 0,1< 0,1< 0,1V 0,1
m-,p-Xylolµg/l< 0,1< 0,1< 0,1< 0,1V 0,1

Trihalogenmethane (THM)

Trihalogenmethane (THM) entstehen regelmäßig bei der Trinkwasserdesinfektion mit Chlor (als Chlorgas oder Hypochlorit) und ihre Bildung muss in diesen Fällen strikt überwacht werden. Sie können neben der Desinfektion aber auch durch industrielle Anwendungen gebildet werden und ins Trinkwasser gelangen. Für die Summe der 4 THM beträgt der Grenzwert der Trinkwasserverordnung 50 Mikrogramm pro Liter [µg/l].

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
Chloroform (Trichlormet)µg/l< 0,1< 0,10,1< 0,150
Brom-Dichlor-Methanµg/l< 0,1< 0,1< 0,1< 0,150
Dibrom-Chlor-Methanµg/l< 0,1< 0,1< 0,1< 0,150
Bromoform (Tribrommeth.)µg/l< 0,1< 0,1< 0,1< 0,150
Summe THM (TrinkwV)µg/l000,1050

Lösemittel

Trichlorethen und Tetrachlorethen werden bei Industrieprozessen und bei der Textilreinigung vorwiegend als Löse- und Entfettungsmittel eingesetzt. Obwohl leichtflüchtig können sie über die industriellen Anwendungen in die Umwelt gelangen. Für die Summe der beiden Lösemittel beträgt der Grenzwert der Trinkwasserverordnung 10 Mikrogramm pro Liter [µg/l].

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
Trichlorethenµg/l< 0,1< 0,1< 0,1< 0,110
Tetrachlorethenµg/l< 0,1< 0,1< 0,1< 0,110
Summe aus Trichlorethen und Tetrachlorethenµg/l000010

Leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe (u.a. LHKW)

Die Komponenten dieser Parametergruppe kommen aus unterschiedlichen Umweltbereichen. 1.2-Dichlorethan ist eine Basis-Chemikalie mit einer sehr weit verbreiteten Anwendung. Als typische Vertreter der LHKW sind Methyl-tertiär-butylether (MTBE) und Ethyl-tertiär-butylether (ETBE) häufig in der Umwelt zu finden. Anstelle des früher verwendeten Tetra-ethyl-Blei werden sie heute dem Benzin als Zuschlagsstoffe („Antiklopfmittel“) zugesetzt.

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
1,2-Dibromethanµg/l< 0,2< 0,2< 0,2< 0,2
1,2-Dichlorethanµg/l0,2< 0,20,4< 0,23
Dichlormethanµg/l< 2,0< 2,0< 2,0< 2,010
1,1,1-Trichlorethanµg/l< 0,1< 0,1< 0,1< 0,13
Tetrachlormethanµg/l< 0,05< 0,05< 0,05< 0,05V 0,1
cis-1,2-Dichlorethenµg/l< 0,2< 0,2< 0,2< 0,210
trans-1,2-Dichlorethenµg/l< 0,2< 0,2< 0,2< 0,210
Hexachlorbutadienµg/l< 0,2< 0,2< 0,2< 0,2V 0,1
Methy-2-methyl-2-butyl-ether (MTBE)µg/l< 0,20< 0,20< 0,20< 0,20V 0,1
Ethyl-tertiär-butyletherµg/l< 0,20< 0,20< 0,20< 0,20V 0,1
Diisopropyletherµg/l< 0,20< 0,20< 0,20< 0,20V 0,1
Tertiär-amyl-methylether (TAME)µg/l< 0,20< 0,20< 0,20< 0,20V 0,1

Perfluorierte Verbindungen

Für einige Industrieprozesse und zur Herstellung bestimmter Produkte werden organische Verbindungen eingesetzt, bei denen Fluor-Atome synthetisch an Kohlenstoffketten angelagert werden. Besondere Eigenschaften haben Verbindungen mit zweifach fluorierten Kohlenstoffatomen. Sie werden auch als PFC („perfluorierte Kohlenwasserstoffe“ bzw. „perfluorierte Chemikalien“) bezeichnet. Die PFC sind im Allgemeinen sehr reaktionsträge. Verwendet werden sie z. B. für Produktionsvorgänge in der Galvanikindustrie, zur Herstellung von Löschschäumen und Teflon beschichteten Gütern. Von Bedeutung sind die PFC auch bei der Herstellung wasserabweisender Kleidung und Papiere. Für einige Prozesse und Produkte gibt es zurzeit keine alternativ einsetzbaren Substanzen.

Viele der fluorhaltigen Stoffe sind schwer, manche fast gar nicht abbaubar. Letzteres gilt insbesondere für die Komponenten PFOA (Perfluoroctansäure) und PFOS (Perfluoroctansulfonsäure). Sie werden auch als perfluorierte Tenside „PFT“ bezeichnet. Um den Eintrag von PFOS in die Umwelt zu begrenzen, ist das Inverkehrbringen und Verwenden von PFOS bis auf einige Ausnahmen seit Juni 2008 in der EU verboten.

Für PFBA (C4-Säure) hat das Umweltbundesamt einen Leitwert von 7 Mikrogramm pro Liter [µg/l] festgelegt und für die Summe aus PFOA und PFOS (als Summe PFT) einen Leitwert von 0,3 Mikrogramm pro Liter [µg/l] ausgesprochen.

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
PFBA (C4-Säure)µg/l< 0,010< 0,0100,014< 0,0107
PFPA (C5-Säure)µg/l0,01< 0,0100,050,0123
PFHxA (C6-Säure)µg/l< 0,010< 0,0100,013< 0,0101
PFHA (C7-Säure)µg/l< 0,010< 0,0100,015< 0,0100,3
g-PFOA (C8-Säure)µg/l< 0,010< 0,010< 0,010< 0,0100,3
PFNA (C9-Säure)µg/l< 0,010< 0,010< 0,010< 0,010V 0,1
PFDA (C10-Säure)µg/l< 0,010< 0,010< 0,010< 0,010V 0,1
g-PFBS (C4-Sulfonat)µg/l< 0,010< 0,0100,011< 0,0103
PFPS (C5-Sulfonat)µg/l< 0,010< 0,010< 0,010< 0,010V 0,1
g-PFHxS (C6-Sulfonat)µg/l< 0,010< 0,010< 0,010< 0,0100,3
PFHS (C7-Sulfonat)µg/l< 0,010< 0,010< 0,010< 0,0100,3
g-PFOS (C8-Sulfonat)µg/l0,01< 0,0100,016< 0,0100,3
PFNS (C9-Sulfonat)µg/l< 0,010< 0,010< 0,010< 0,010V 0,1
PFDS (C10-Sulfonat)µg/l< 0,025< 0,025< 0,025< 0,025V 0,1
HPFHA (C7)µg/l< 0,010< 0,010< 0,010< 0,010V 0,1
H4-PFOS (C8)µg/l< 0,010< 0,010< 0,010< 0,0100,3
Summe PFOA und PFOSµg/l0,00200,01600,3
Summe PFC (gem. TRGS)---0,00500,1350,004

Umweltchemikalien

In dieser Gruppe sind verschiedene Einzelstoffe oder Stoffgruppen zusammengefasst, die z.B. im Rahmen einer behördlichen Gewässerüberwachung erfasst werden und überwiegend aus industriellen Anwendungen als umweltbelastende Substanzen in die Oberflächengewässer gelangen.

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
Coffeinµg/l< 0,03< 0,03< 0,03< 0,03
3,6-Dimethyl-4-octyne-3,6-diolµg/l< 0,10< 0,10< 0,10< 0,10V 0,1
1,4-Dioxanµg/l0,05< 0,050,24< 0,055
2,4,8,10-Tetraoxaspiro(5,5)undecan (TOSU)µg/l< 0,05< 0,05< 0,05< 0,050,3
2,4,7,9-Tetramethyl-5-decyne-4,7-diol (TMDD)µg/l< 0,10< 0,10< 0,10< 0,10V 0,1

Nitrosamine

Diese Substanzklasse ist einerseits als Reaktionsprodukt bei Räucherprozessen aus dem Lebensmittelbereich bekannt, Nitrosamine können aber auch aus einer Vielzahl von nitrosierbaren Verbindungen aus dem chemischen Reaktionsumfeld von Pestiziden, Gummi-Chemikalien, Arzneimitteln oder Kosmetika gebildet werden. Weiterhin ist bekannt, dass sie bei der Wasseraufbereitung entstehen können, wenn bestimmte Ausgangsstoffe insbesondere N,N-Dimethylsulfamid (DMS, siehe Pflanzenschutzmittel-Metabolite) im Rohwasser vorliegen und Ozon bei der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt wird.

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
N-Nitrosodibutylamin (NDBA)µg/l< 0,001< 0,001< 0,001< 0,001V 0,1
N-Nitrosodiethylamin (NDEA)µg/l< 0,002< 0,002< 0,002< 0,002V 0,1
N-Nitrosodimethylamin (NDMA)µg/l< 0,001< 0,001< 0,001< 0,0010,01
N-Nitrosodipropylamin (NDPA)µg/l< 0,001< 0,001< 0,001< 0,001V 0,1
N-Nitrosoethylmethylamin (NEMA)µg/l< 0,002< 0,002< 0,002< 0,002V 0,1
N-Nitrosomorpholin (NMOR)µg/l< 0,001< 0,001< 0,001< 0,001V 0,1
N-Nitrosopiperidin (NPIP)µg/l< 0,001< 0,001< 0,001< 0,001V 0,1
N-Nitrosopyrrolidin (NPYR)µg/l< 0,001< 0,001< 0,001< 0,001V 0,1

Süßstoffe

Die globale Verwendung von Süßstoffen im Lebensmittelbereich hat dazu geführt, dass sie im Spurenbereich in der Umwelt auftreten. Süßstoffe sind toxikologisch unbedenklich. Aufgrund ihrer allgemeinen Verbreitung sind sie geeignete Indikatoren für menschliche Anwendungen und können für eine umfassende Umweltbewertung herangezogen werden.

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
Acesulfamµg/l0,170,0970,30,0452700

Mikrobiologische Parameter

Die mikrobiologischen Parameter sind maßgebliche Größen zur Beurteilung der Trinkwasserqualität. Wichtiges Ziel der Aufbereitung ist es, den bakteriell verwertbaren Anteil an organischen Bestandteilen weitestgehend zu reduzieren. Aus diesem Grunde sollten in Trinkwasserproben nur sehr geringe oder allenfalls moderate Koloniezahlen vorliegen. Coliforme Bakterien und E. coli sind seuchenhygienisch relevant. Wenn sie nachgewiesen werden, besteht die Möglichkeit, dass auch Krankheitserreger im Wasser enthalten sind. Aus diesem Grunde dürfen Coliforme oder E. coli in 100 ml nicht enthalten sein. Einzelne Nachweise kommen gelegentlich vor. Die dann erforderlichen Maßnahmen werden immer unverzüglich mit den Gesundheitsämtern abgestimmt.

BezeichnungEinheit Jahresmittel 2015 Min-Wert 2015 Max-Wert 2015 Quartalsmittel 2/2016 GrenzwertVorsorgewert
Koloniezahl bei 22°C/ml020
Koloniezahl bei 36°C/ml0100
Coliforme Bakterien/100 ml00
Escherichia coli (E. coli)/100 ml00
Clostridium perfringens/100 ml00
Enterokokken/100 ml00

Analytische Bestimmungsgrenze

Die Genauigkeit und Zuverlässigkeit mit der Stoffe analysiert werden können, ist wesentlich von der verwendeten Analysenmethode abhängig. Bei den Untersuchungen zur Beschaffenheit des von den Stadtwerken Essen an die Kunden abgegebenen Trinkwassers werden Bestimmungsverfahren nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik verwendet.

Grundlage für die Analytik sind im Allgemeinen vom Normenausschuss Wasser des Deutschen Instituts für Normung e. V. (DIN) herausgegebene Verfahren. Hier treffen sich regelmäßig Fachexperten, um abgesicherte Analysenmethoden zu erarbeiten und sie bei Neuerungen in der Gerätetechnik weiter zu entwickeln. Bei der Anwendung von DIN-Verfahren ist die Vergleichbarkeit der Ergebnisse gegeben und es sind Angaben zur Präzision der Analytik möglich. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Verfahren speziell für organische Stoffe entwickelt.

Wichtige Untersuchungsparameter

Wichtige Verfahrensdaten eines Untersuchungsparameters sind die „Nachweisgrenze“ und die „Bestimmungsgrenze“. Auch wenn es unterschiedliche Ansätze gibt, diese Werte zu ermitteln, bedeutet „nachweisbar“ im Grundsatz stets, dass die Substanz in einer Probe wahrscheinlich enthalten ist. An der Nachweisbarkeits-Schwelle ist die Konzentration aber so gering, dass ein Zahlenwert nicht zuverlässig angegeben werden kann.

Die Sicherheit, die Konzentration einer Komponente korrekt zu bestimmen und damit einen korrekten Analysenwert zu ermitteln, wird mit steigender Konzentration besser. Die Bestimmungsgrenze ist dabei als untere Anwendungsgrenze des Analysenverfahrens zu verstehen, ab der die Routineanalytik verlässliche Werte liefert. In den Datentabellen der Stadtwerke Essen werden daher nur Werte oberhalb der Bestimmungsgrenze (BG) ausgegeben. Da es sich hierbei um stoffspezifische Kenndaten handelt, führt das bei den Pflanzenschutzmitteln beispielsweise dazu, dass die Bestimmungsgrenze bei einigen Wirkstoffen unterschiedlich ist. So liegt sie z. B. bei Bromacil bei 0,100 µg/l oder bei Chlorthalonil  bei 0,050 µg/l. Bei der Mehrzahl der Wirkstoffe liegt sie jedoch bei 0,025 µg/l.

Spezielle Messwerte

Für spezielle Fragestellungen besteht zwar auch bei der Trinkwasserüberwachung die Möglichkeit mit erhöhtem Aufwand Werte unterhalb der Bestimmungsgrenze anzugeben. Die Trinkwasserverordnung lässt auch zu, mit Hilfe statistischer Absicherungsprozeduren stoffspezifische „Nachweisgrenzen“ zu ermitteln. Aufgrund des hohen Risikos von falschen Angaben durch Störeinflüsse und Unsicherheiten bei der Validierung der Ergebnisse wird hierauf bei der routinemäßigen Trinkwasseranalytik aber verzichtet. Es wird hier auf die Angaben und Erfahrungen aus den DIN-Normen und den hier definierten Bestimmungsgrenzen Bezug genommen.

In manchen Fällen ist die analytische Bestimmungsgrenze für umweltrelevante Chemikalien größer als der allgemeine Vorsorgewert von 0,1 µg/l. Dies gilt z.B. für Komponenten Diglyme und Triglyme, die für spezielle Zwecke als Lösemittel eingesetzt werden. Hierbei handelt es sich um Glycolether, die in der Untergruppe „Umweltchemikalien“ bei den organischen Spurenstoffen aufgeführt sind. Auch wenn hier die übliche Analytik nicht empfindlich genug ist, um die Einhaltung des allgemeinen Vorsorgewertes zu überprüfen, ist es sinnvoll mit der verfügbaren Genauigkeit Untersuchungen zum Vorkommen derartiger Substanzen durchzuführen.

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Behandlung von Analysen mit „<-Zeichen“

Für die Berechnung von Durchschnittswerten sind Festlegungen erforderlich, wie mit Analysen unterhalb der Bestimmungsgrenze verfahren wird. Hierzu gibt es innerhalb der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr (AWWR) seit langen Jahren Vereinbarungen, die die Stadtwerke Essen als Berechnungsverfahren anwenden.

1. Bestimmungsgrenze

Analysen unterhalb der Bestimmungsgrenze sind in den Datenreihen mit dem „<-Zeichen“ versehen.

2. Additionsregel von Substanzen mit „<-Zeichen“

In der Trinkwasserverordnung gibt es Parameter, bei denen ein Grenzwert für die Summe mehrere Substanzen gilt. Zur Kontrolle, ob der Grenzwert eingehalten wurde, müssen die Analysen der entsprechenden Parameter addiert werden. Bei den Parametern der Gruppe „Pflanzenschutzmittel und Biozide“ beispielsweise, gilt für jeden einzelnen Wirkstoff ein Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter [µg/l] und die Summe aller Substanzen muss geringer als 0,5 Mikrogramm pro Liter [µg/l] sein. Ein weiteres Beispiel sind die Lösemittel Tetrachlorethen („Per“) und Trichchlorethen („Tri“). Bei beiden Stoffen gibt es in der Trinkwasserverordnung für die Einzelsubstanzen keinen Grenzwert, sondern nur für die Summe: Er liegt bei 10 Mikrogramm pro Liter [µg/l].

Für das Zusammenzählen von Einzelstoffen gilt allgemein die Regel, dass Befunde unter der Bestimmungsgrenze bei der Addition nicht berücksichtigt werden. Das heißt, sie werden mit „0“ bewertet. Um zu dokumentieren, dass alle Werte der betreffenden Stoffgruppe kleiner sind als die jeweiligen Bestimmungsgrenzen, wird als Ergebnis der rechnerisch ermittelten Summe eine „0“ eingetragen.

3. Mittelwertbildung von Substanzen mit „<-Zeichen“

Bei Substanzen, die in geringen Konzentrationen vorkommen, können bei den Messungen einzelne Werte sowohl über als auch unter der Bestimmungsgrenze liegen. Zur Ermittlung von Durchschnittswerten bei Ergebnissen unterhalb der Bestimmungsgrenze wird die nachfolgend beschriebene Regel angewendet:Angaben unterhalb der Bestimmungsgrenze werden mit 30 Prozent des Zahlenwertes der Bestimmungsgrenze bei der Mittelwertbildung berücksichtigt. Liegt bei einem Parameter die Bestimmungsgrenze beispielsweise bei 10 Mikrogramm pro Liter [µg/l], werden Analysenergebnisse unterhalb der Bestimmungrenze mit „< 10 µg/l“ gekennzeichnet. Für Berechnungen werden 30 Prozent der Bestimmungsgrenze angesetzt und gehen in diesem Fall mit 3 µg/l in die Mittelwertbildung ein. Wenn nach Rundung als Ergebnis der Mittelwertberechnung ein Zahlenwert resultiert, der geringer ist als 50 Prozent des Zahlenwertes der Bestimmungsgrenze, wird als Ergebnis die Bestimmungsgrenze einschließlich „<-Zeichen“ ausgegeben.

4. Mittelwertbildung bei Analysenreihen mit mehreren Bestimmungsgrenzen

Aufgrund von Änderungen der analytischen Bestimmungsmethode innerhalb eines Jahres oder, wenn mehrere Untersuchungsstellen einen Parameter analysieren, können bei den Analysen für einen Parameter verschiedene Werte mit „<“-Zeichen auftreten. Für die Mittelwertbildung gelten in diesen Fällen besondere, hier nicht näher erläuterte Festlegungen. Als Folge können in den Tabellen bei nebeneinander stehenden Spalten in Einzelfällen Werte erscheinen, die scheinbar nicht plausibel sind.

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Darstellung von Summengrenzwerten

In der Trinkwasserverordnung aber auch bei den gesundheitlichen Vorsorgewerten sind in manchen Fällen Grenz- oder Leitwerte für mehrere Teilkomponenten oder für die Summe einer ganzen Stoffklasse formuliert. So gilt beispielsweise für die Summe aller analysierten Pflanzenschutzmittel und Biozid-Produkte ein Trinkwassergrenzwert von 0,5 Mikrogramm pro Liter [µg/l].

Bei Grenz- oder Leitwerten für die Summe mehrerer Parameter sind in der Spalte „Grenz-wert“ bzw. „Vorsorgewert“ diese maximal möglichen Konzentrationen auch bei jedem der Teilparameter eingetragen. Denn positive Ergebnisse dürfen bis zu der genannten Höhe vorkommen, wenn von den übrigen Teilkomponenten sonst keiner nachweisbar ist. Zu beachten ist hier, dass zur Beurteilung der Analysen Teilparameter unter der Bestimmungsgrenze bei der Summenbildung nicht berücksichtigt werden.

Auf Stoffgruppen mit Summengrenzwerten wird bei den Erläuterungstexten zu Beginn der Datentabellen hingewiesen.

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Grundlagen der Spurenüberwachung

Die Anforderungen der analytischen Überwachung sind in der Trinkwasserverordnung umfassend vorgegeben. Ebenso detailliert sind die ergänzenden Pflichten für Wasserversorgungsunternehmen festgelegt. Hierzu gehören neben den Untersuchungsumfängen und Häufigkeiten auch die Melde- und Berichtspflichten an die Gesundheitsämter.

Trinkwasserverordnung

Etwas mehr als 50 Parameter sind in der Trinkwasserverordnung mit Grenzwerten belegt, wobei die Pflanzenschutzmittel und Biozidprodukt-Wirkstoffe nicht einzeln genannt, son-dern summarisch aufgeführt sind. Der Umfang der zu untersuchenden Einzelstoffe richtet sich nach den Belastungsquellen im Einzugsgebiet des verwendeten Rohwassers. Die bei der Analytik zu berücksichtigenden Komponenten werden in der Regel mit den Aufsichtsbehörden abgestimmt und regelmäßig auf Aktualität überprüft. In der Summe resultieren so gemeinsam mit den Pflanzenschutzmitteln für etwa 100 bis 120 Parameter Trinkwassergrenzwerte. Dies kann von Wasserwerk zu Wasserwerk etwas unterschiedlich sein. 

Grenzwerte der Trinkwasserverordnung

Trinkwassergrenzwerte sind in der Übersichtstabelle in einer gesonderten Spalte neben den Analysewerten aufgeführt. 

Spurenstoffe

Eine Untersuchungspflicht auf einzelne organische Stoffe ist in der Trinkwasserverordnung für Pflanzenschutzmittel und Biozide sowie einige Vertreter anderer Substanzgruppen wie leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe (LHKW) und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) vorgegeben.

Die modernen analytischen Verfahren ermöglichen es zunehmend, geringste Spuren von Stoffen im Wasser mengenmäßig zu bestimmen, so dass die Anzahl der erfassbaren organischen Komponenten in der Wassermatrix zurzeit ständig steigt. Mit dieser Verbesserung der Analytik konnten nach und nach immer weitere Substanzen in Oberflächengewässern mehr oder weniger flächendeckend in bestimmbaren Konzentrationen analytisch erfasst werden. Auch bei reinen Grundwasserwerken sind bestimmte Pflanzenschutzmittel oder deren Abbauprodukte heute gelegentlich nachweisbar.

Da es nicht möglich ist, für alle eventuell umweltrelevanten Substanzen Untersuchungsverpflichtungen und Grenzwerte zu formulieren, hat es der Gesetzgeber den Gesundheitsbehörden übertragen, bei dem Verdacht einer möglichen Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit weitergehende Untersuchungen zu veranlassen und die Ergebnisse zu bewerten. So wurde im Zuge der PFT-Diskussion für die Wasserwerke an der Ruhr beispielsweise eine Verfügung mit der Auflage erlassen, einzeln genannte PFT-Komponenten zu untersuchen und die Ergebnisse an die zuständigen Behörden zu berichten.

Zu den Stoffen, für die es in der Trinkwasserverordnung keine Grenzwerte gibt, gehören verschiedene Umweltchemikalien und auch die Arzneistoffe. Sie gelangen produktionsbedingt, durch Entsorgung und durch die bestimmungsgemäße Anwendung in die Gewässer. Auch ohne eine gesetzliche oder behördliche Vorgabe wird das Essener Trinkwasser auf derartige Stoffe bereits seit längerem untersucht.

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Bewertung von Spurenstoffen im Trinkwasser

Zur Bewertung der Bedeutung von organischen Spurenstoffen wird in Deutschland die Fachkompetenz des Umweltbundesamtes (UBA) herangezogen, das über die Vorgaben der Trinkwasserverordnung hinausgehend gesundheitliche Vorsorgewerte festlegt. Grundlage des Vorsorgekonzeptes ist, dass bei lebenslangem Trinkwassergenuss keine Gesundheitsschädigungen beim Menschen eintreten dürfen. In den Fällen, wo sich das Umweltbundesamt umfassend mit einem Stoff befasst, werden unter Einrechnung von hohen Sicherheitsspannen Leitwerte (LW) zumeist als gesundheitliche Orientierungswerte (GOW) festgelegt, die eine mit dem Grenzwert vergleichbare Sicherheit für die Trinkwasserkonsumenten haben. Für Stoffe, die ein Gesundheitsrisiko darstellen können, aber noch nicht oder erst zum Teil bewertet wurden, gilt nach dem Konzept des Umweltbundesamts ein allgemeiner Vorsorgewert von 0,1 Mikrogramm pro Liter [µg/l] für die Einzelsubstanz. Bei Unterschreitung dieser Konzentration kann mit ausreichender Sicherheit angenommen werden, dass der Genuss von Trinkwasser unbedenklich ist. Ausgenommen hiervon sind gentoxische Substanzen, für die entsprechend der Konzeption des Umweltbundesamts ein allgemeiner Vorsorgewert von 0,01 Mikrogramm pro Liter [µg/l] gilt.

Anmerkung: Die gesundheitlichen Leitwerte basieren auf den lebenslangen Konsum von täglich zwei Litern Wasser. Grundlage der Bewertung sind daher nicht die Maximalwerte, sondern die Durchschnittswerte (siehe Umweltbundesamt).

Vorsorgewerte, Leitwerte, gesundheitliche Orientierungswerte (GOW)

Die nach dem Umweltbundesamt geltenden Leitwerte sind in den Datentabellen in der Spalte rechts neben den Grenzwerten aufgeführt und als gesundheitliche Vorsorgewerte zu verstehen. Bei Substanzen, die das Umweltbundesamt hinsichtlich der gesundheitlichen Relevanz bewertet hat, sind die gesundheitlichen Orientierungswerte in Fettdruck ausgegeben. Für Substanzen, die nicht oder bisher lediglich teilbewertet wurden, ist der allgemeine Vorsorgewert von 0,1 Mikrogramm pro Liter [µg/l] (ohne Fettmarkierung) angegeben. Diese allgemeinen Vorsorgewerte unterscheiden sich von den (mit Fettdruck ausgegeben) GOW lediglich in der Bewertungsintensität.

Parameter ohne Bewertungsspalte

Bei Stoffen, für die kein Trinkwassergrenzwert festgelegt ist und die gesundheitlich ohne Bedeutung sind, sind in den Bewertungsspalten keine Angaben enthalten. 

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Relevanz mikrobiologischer Parameter

Entsprechend der Trinkwasserverordnung sind bei mikrobiologischen Parametern Kulturverfahren anzuwenden, bei denen die auf den speziellen Nährmedien gewachsenen Kolonien gezählt werden. Ausgewertet werden diese als koloniebildende Einheiten (KBE).

Koloniezahlen

Die Kulturmedien, die zur Bestimmung der Koloniezahlen bei 20 °C und 36 °C verwendet werden, enthalten einen für Trinkwasserproben untypisch hohen Anteil an verwertbaren organischen Nährstoffen. Auf den bebrüteten Platten wachsen daher bevorzugt nährstoffliebende Bakterien, die die im Wasser vorkommende (sogenannte autochthone) Bakterienflora überwachsen. Die Koloniezahlen sind sehr empfindliche, allgemeine hygienische Indikatoren.

Hohe Koloniezahlen in Wasserwerksproben liefern Hinweise darauf, dass bei der Aufbereitung die verwertbaren organischen Stoffe nicht ausreichend abgebaut wurden. Hohe Koloniezahlen im Netz deuten darauf hin, dass eine Nährstoffquelle vorliegen könnte, bei der zu prüfen ist, ob sie auf einem Eindringen von Fremdwasser oder Fremdstoffen von außen beruhen. 

Bei auffälligen mikrobiologischen Befunden besteht generell die Gefahr, dass eine systemische Kontamination vorliegt, die unverzüglich abzustellen ist. Bei der Bewertung der Ergebnisse ist allerdings zu beachten, dass Mikroorganismen, wie die meisten chemischen Stoffe, sich nicht gleichmäßig verteilt in Lösung befinden. So können sich von den Innenwandungen der Leitungen einzelne kleine Flocken des üblicherweise vorhandenen dünnen Biofilms ablösen. Höhere Werte bei den mikrobiologischen Parametern beruhen dann nicht selten darauf, dass eine einzelne kleine Flocke in die Probe gelangt ist. Diese ist somit nicht repräsentativ für die untersuchte Wasserqualität. Als weitere Möglichkeit muss immer auch geprüft werden, ob nicht Vorgänge im Umfeld der Probenahme und der Zapfstelle zu einer Verfälschung des Ergebnisses geführt haben könnten.

Aus den genannten Gründen müssen Einzelwerte bei mikrobiologischen Parametern im Regelfall durch Nachkontrollen betätigt werden. Weil damit die Maximalwerte (als Einzelwerte)  im Allgemeinen nicht die abgegebene Trinkwasserqualität repräsentieren werden bei der Gruppe der mikrobiologischen Parameter keine Minima und Maxima ausgegeben. 

Coliforme Bakterien/ E. coli

Als „Coliforme Bakterien“ wird eine Gruppe von Mikroorganismen mit bestimmten Nährstoffmerkmalen zusammengefasst. Eine entscheidende Eigenschaft ist, dass die Coliformen Bakterien Milchzucker als Nahrungsquelle verwerten können, dabei Säure bilden und CO2 abspalten. Bei den Coliformen Bakterien handelt es sich nicht um im engeren Sinne unmittelbar verwandte Bakterien. Auch E-scherichia coli (E. coli) zählt zu den Coliformen Bakterien. Aus diesem Grunde werden E. coli und Coliforme Bakterien als „Doppelparameter“ immer gemeinsam ausgewertet.

Coliforme Bakterien gehören nicht zur natürlichen Wasserflora. Kommen sie im Rohwasser vor, ist das ein Hinweis darauf, dass Anteile aus dem landwirtschaftlichen oder häuslichen Umfeld enthalten sind. Wenn coliforme Bakterien im Trinkwasser nachgewiesen werden, ist zu prüfen, ob die Aufbereitung einwandfrei arbeitet, bei Netzproben ist das Wasser auf eine mögliche Beeinträchtigung durch eingespeistes „Fremdwasser“ z. B. über Hausbrunnen zu kontrollieren.

Den höchsten Indikatorwert hat E. coli. Das Bakterium ist in der Umwelt beschränkt lebensfähig, als Ursprung stammt es aber immer aus einer Fäkalbelastung von Warmblütern oder dem Menschen, in deren Darm E. coli Bakterien quasi immer enthalten sind. Der Trinkwassergrenzwert für Coliforme Bakterien und E. coli gilt für ein Probevolumen von 100 ml, die stets anzusetzen und zu untersuchen sind.

Enterokokken

Enterokokken haben denselben hohen Indikatorwert wie E. coli. Auch sie sind grundsätzlich fäkalen Ursprungs. Da sie in der Umwelt im Allgemeinen länger überdauern als E. coli können sie ergänzend zu diesen etwas über den Zeitraum des Eintritts in das Wasserversorgungssystem aussagen.

Clostridium perfringens

Clostridium perfringens ist 2001 in das Untersuchungskonzept der Trinkwasserüberwachung übernommen worden. Den gewünschten Indikatorwert hat hier nicht das Bakterium selbst, sondern seine Dauerstadien. Diese Sporen sind sehr widerstandsfähig gegen die zulässigen chemischen Desinfektionsmittel. Die Untersuchung auf Clostridien soll sicherstellen, dass sich keine einzelligen tierischen Parasiten im Trinkwasser befinden. Zu nennen sind hier vor allem Cryptosporidium und Giardia, die bereits in geringer Anzahl Durchfallerkrankungen hervorrufen.

Da bei den Parasiten die Untersuchung von mehreren 100 Litern erforderlich ist, um eine eventuelle hygienische Relevanz auszuschließen, werden die Clostridien an ihrer Stelle als Indikatoren untersucht. Das ist möglich, weil die Clostridiensporen eine vergleichbare Resistenz gegenüber chemischen Desinfektionsmitteln haben wie die der Parasiten. Vorteilhaft ist, dass die Clostridien in Oberflächenwässern im Allgemeinen in bestimmbaren Konzentrationen vorkommen und sie bei den Aufbereitungsschritten „durchgängiger“ sind als Parasitensporen. Wenn Clostridium perfringens nicht nachweisbar ist, ist davon auszugehen, dass sich auch keine Parasiten im Trinkwasser befinden.

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Hinweise zu den Radioaktivitätsparametern der Trinkwasserverordnung

Mit Inkrafttreten der Trinkwasserverordnung 2001 wurden die Parameter „Tritium“ und „Gesamtrichtdosis“ in die Zusammenstellung der zu überwachenden Kenngrößen aufgenommen, obwohl ungeklärt war, wie die Werte bestimmt werden sollen. Seither gilt die Anmerkung in der Verordnung, wonach die Kontrollhäufigkeiten, die Kontrollmethoden und die relevantesten Überwachungsstandorte zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden.

In der Referentenvorlage zur Novellierung der Trinkwasserverordnung waren die Gesam-trichtdosis und die Berücksichtigung der Radon-222-Exposition zwar bereits näher definiert worden, die Vorlage wurde aber nicht in die Verordnung übernommen. Basierend auf dem damaligen Referentenentwurf wurde das Essener Trinkwasser auf die in der Vorlage enthaltenen Radioaktivitätsparameter überprüft. Die Bestimmungen basieren auf Einzelmessungen der gesamt-alpha-Radioaktivitätskonzentration, der gesamt-beta-Radioaktivitätskonzentration und der Radon-222-Aktivitätskonzentration, die je Wasserwerk zu vier verschiedenen Jahreszeiten durchgeführt wurden. Aus den Mittelwerten wurde unter Wertung der Einzelbefunde die Gesamtrichtdosis und die Radon-222-Aktivitätskonzentration ermittelt. Die durchgeführten Analysen ergaben, dass die Radioaktivitätsparameter im Trinkwasser der Stadtwerke Essen keine Relevanz haben und es daher nicht erforderlich ist, sie detaillierter zu kontrollieren.

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Hinweise zu den Desinfektionsparametern

Wenn zur Sicherstellung der Hygiene ein Wasser desinfiziert werden muss, gibt es in der Trinkwasserverordnung strikte Vorgaben nicht nur dazu, welche Verfahren angewendet werden, sondern auch darüber, welche Mengen zum Einsatz kommen dürfen. Bei der chemischen Desinfektion ist auch geregelt, dass trotz der nicht vermeidbaren Desinfektionsmittelzehrung Restgehalte nach Abschluss der Aufbereitung im Trinkwasser verbleiben und  welche Menge als „Überschuss“ bei der Abgabe ins Netz mindestens noch enthalten sein muss. Die Desinfektion ist somit eine Größe, die in Abhängigkeit von der Rohwasserbeschaffenheit in einem komplexen Regelungssystem ständig im Hinblick auf die Vorgaben der Trinkwasserverordnung zu regulieren ist.

Die Vorgaben zur Desinfektion sind in der beim Umweltbundesamt geführten Liste der „Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren“ enthalten. Die auf § 11 der Trinkwasserverordnung basierende Liste wird ständig an neue Anforderungen angepasst. Gesetzlich bindend für die Wasserversorger ist die im Bundesanzeiger des Ministeriums für Justiz veröffentlichte Version. Jegliche Verstöße sind strafbewehrt. Aktuell sind die Vorgaben der 17. Änderung der „§-11-Liste“ einzuhalten. 

Für das Essener Trinkwasser werden zwei Arten der Desinfektion angewandt: 

1. UV-Strahlen (nicht-chemisches Verfahren) und 

2. Chlordioxid bzw. Chlor (chemisches Verfahren). 

Bei der Behandlung des Wassers mit UV-Strahlen muss sichergestellt werden, dass eine Dosis von mindestens 400 Joule/m2 auf das Wasser einwirkt. Das ist über die Bestrahlungsstärke der UV-Leuchten (in Abhängigkeit vom Wasserfluss und eventuell enthaltenen Trübstoffpartikeln) sicher zu stellen.

Chemische Desinfektionsmittel sind Chlor (Cl2) und Chlordioxid (ClO2). Die maximal mögliche Zugabe an Chlor ist auf 1,2 mg/l begrenzt; die von Chlordioxid auf 0,4 mg/l. In Sonderfällen dürfen bis zu 6 mg/l Chlor zugegeben werden. Falls es erforderlich ist, ein Wasser zu desinfizieren; müssen nach Abschluss der Aufbereitung noch wenigstens 0,1 mg/l freies Chlor nachweisbar sein (bei Desinfektion mit Chlordioxid sind es 0,05 mg/l ClO2). Im Falle der Desinfektion müssen entstehende Reaktionsprodukte beachtet und überwacht werden und zwar Trihalogenmethane („THM“) bei der Desinfektion mit Chlor und Chlorit bei der Desinfektion mit Chlordioxid.

Das Essener Trinkwasser muss ständig desinfiziert werden. Es wird überwiegend mit Chlordioxid behandelt. Die typischerweise erforderlichen Zugaben schwanken in Abhängigkeit von der Rohwasserbeschaffenheit zwischen 0,12 und 0,18 mg/l ClO2, die Restkonzentrationen nach Aufbereitung liegen bei 0,10 bis 0,14 mg/l ClO2. Im Zuge der Modernisierung der Anlagen wird zunehmend die chemiefreie UV-Technologie zur Trinkwasserdesinfektion eingesetzt.

Die Desinfektion wird, wie erläutert, in einem automatisierten Regelprozess ständig  an den jeweils aktuellen Bedarf angepasst und im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben variabel eingestellt. Aus diesem Grund haben die Werte der Laborüberwachung keine Aussagekraft zur Beurteilung der Trinkwasserbeschaffenheit. Die Messwerte der Desinfektionsparameter werden in den Datentabellen daher nicht dargestellt.

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Hinweise zum Parameter Geruchsschwellenwert

Der menschliche Geruchssinn ist zwar nicht so ausgeprägt wie bei vielen Tieren, aber dennoch sehr empfindlich, wobei die Geruchssensibilität individuell sehr unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Bei geruchsaktiven Substanzen ist die Empfindlichkeit der Nase durchaus mit der von modernen Analysenautomaten vergleichbar und kann diese teilweise übertreffen. 

Analytisch ist ein schwacher Geruch nur selten einem bestimmten Stoff zuzuordnen, denn beim Geruch tragen in der Regel verschiedene Komponenten zu dem Gesamteindruck bei. Die Bestimmung der Geruchsschwelle findet daher in einer möglichst geruchsfreien Umgebung statt. An der Bestimmung beteiligen sich mehrere intensiv geschulte Personen. 

Der Geruchsschwellenwert (GSW) ist ein quantitativer Indikator für die Trinkwasserqualität, der bei einer Geruchsprüfung ermittelt wird. Bei der Geruchsprüfung muss die zu prüfende Probe gegen eine neutrale Probe „herausgerochen“ werden. Proben mit einem Geruchston werden mit neutralem Wasser schrittweise solange verdünnt, bis Probe und Vergleichswasser nicht mehr unterscheidbar sind. Die Volumenanteile von des Wassers, das untersucht werden soll, und des Vergleichswasser werden ins Verhältnis gesetzt. Das Rechenergebnis daraus wird Geruchsschwellenwert (GSW) bezeichnet und ist eigentlich ein Verdünnungsfaktor. Geruchsfreies Wasser hat demnach den GSW Null. Der Grenzwert nach der Trinkwasserverordnung beträgt 3 bei 23° C.

Ein Geruch nach Desinfektionsmitteln wird bei der Bewertung nicht berücksichtigt und unabhängig von der Geruchsschwelle muss das Wasser für den Verbraucher annehmbar sein. Damit flüchtige Substanzen verstärkt in die Luftphase gelangen, werden die Geruchsprüfungen in erwärmtem Wasser bei 23° C vorgenommen.

In Grund-, Quell- und Oberflächenwässern sind Geruchstönungen nicht unüblich. Das Wasser enthält geruchsbildende Substanzen, z. B. durch Auslaugungs- und Löseprozesse, aber auch durch Komponenten, die über biogene Prozesse in das Wasser gelangen. Diese zu entfernen, ist Aufgabe der Trinkwasseraufbereitung. Dass der Grenzwert für die Geruchsschwelle nicht bei 1 liegt, berücksichtigt zum einen die Tatsache, dass das Rohwasser nahezu immer Geruchskomponenten enthält und zum anderen bereits geringste Spuren einen Geruch auslösen können.

Erfahrungsgemäß sind von Wasserwerk zu Wasserwerk etwas unterschiedlich leichte Geruchstönungen und gelegentliche Überschreitungen des Grenzwertes nicht unüblich. Bei der Bewertung von Grenzwertüberschreitungen ist von Bedeutung, ob diese bei der Nutzung des Trinkwasser überhaupt wahrnehmbar sind, was aufgrund der besonderen Prüfsituation bis zu einem GSW von 8 bis 10 im Allgemeinen nicht der Fall ist. Ein weiteres Bewertungskriterium, ist die Anmerkung der Trinkwasserverordnung, wonach der Geruch bei einer Prüfung „annehmbar“ sein soll. Das heißt, ein Geruch, der unter den Umgebungsbedingungen der Verwendung (Küche, Bad usw.) nicht auffällig ist, kann bei einer Grenzwertüberschreitung akzeptiert werden.

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Maßeinheiten der Trinkwasser-Analyse

Anhand von Beispielen aus dem Alltag können Sie sehen, welche Maßeinheiten wir für die Trinkwasser-Analyse genutzt haben und wie die Relationen untereinander sind.

Warum veröffentlichen Sie diese Daten jetzt?

Die Diskussionen über Spurenstoffe haben deutlich gemacht, dass bei unseren Kunden ein großes Interesse daran besteht, zu erfahren, welche Beschaffenheit das gelieferte Trinkwasser besitzt. Die Stadtwerke Essen haben sich darum entschlossen - über die gesetzlichen Veröffentlichungspflichten hinaus - die Erkenntnisse aus der immer feiner messenden Analytik weiterzugeben.

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Warum sind Wasserwerke nicht in der Lage, auch kleinste Mengen an Spurenstoffen zurückzuhalten und damit ein wirklich reines Trinkwasser anzubieten?

Die Trinkwasserversorgung in Deutschland ist auf ein möglichst naturbelassenes Trinkwasser ausgelegt. In der Trinkwasserverordnung sind die Bedingungen festgelegt, welche Qualität Trinkwasser haben muss. Ergänzende Orientierungswerte werden über die Vorgaben der Trinkwasserverordnung hinausgehend durch das Umweltbundesamt festgelegt. Die Aufbereitungsanlagen der Wasserwerke sind dahingehend ausgelegt, alle geltenden Werte sicher einzuhalten. Der Gesetzgeber prüft und ändert gegebenenfalls die Grenz- oder Orientierungswerte sobald neue Kenntnisse über die Relevanz von Wasserinhaltsstoffen vorliegen. Für einige Gruppen unter den Spurenstoffen sind noch weitergehende Aufbereitungsschritte grundsätzlich technisch möglich, aber angesichts der extrem geringen Konzentrationen nicht mehr sinnvoll. Daher setzen sich die Stadtwerke Essen seit Jahrzehnten dafür ein, eine weitere Reduzierung der Konzentrationen durch vorbeugenden Gewässerschutz zu erzielen, damit Trinkwasser auch weiterhin ein Naturprodukt bleibt bzw. bleiben kann.

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Ist es gesundheitsgefährdend, Ihr Wasser aus der Leitung zu trinken?

Nein, das Trinkwasser ist hygienisch einwandfrei und toxikologisch sicher und kann somit ohne Risiko uneingeschränkt im Haushalt und zum Trinken verwendet werden.

Ein Hinweis: Bevor das Trinkwasser verwendet wird, sollte das abgestandene Wasser, das sich in der Leitung sammelt, zunächst so lange abgelassen werden, bis frisches Wasser aus dem Zapfhahn kommt. Dieses erkennt man daran, dass es merklich kühler ist als das sogenannte Stagnationswasser. 

Bitte achten Sie auch auf Ihre Hausinstallation. Damit das Trinkwasser auch in den Hausleitungen seine hohe Qualität behält, sollten die Leitungen gemäß der anerkannten Regeln der Technik installiert und betrieben sein.  

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Würden Sie mit Ihrem Wasser aus der Leitung Babynahrung zubereiten?

Ja, es gibt keine Einschränkung in der Verwendung, auch nicht bezüglich Babynahrung.

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Kann ich persönlich etwas tun, die Schadstoffmenge im Wasser weiter zu senken?

Ja, achten Sie darauf, keine Schadstoffe in den Wasserkreislauf zu leiten. Immer wieder werden zum Beispiel Medikamente über die Toilette entsorgt. Farben- oder Haushaltschemikalien gehören ebenso wenig ins Abwasser.

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Ist es sinnvoll, in zusätzliche Hausaufbereitungsanlagen oder mobile Filter zu investieren?

Nein, dazu besteht keinerlei Veranlassung. Das Trinkwasser ist hygienisch einwandfrei und toxikologisch sicher.

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Wie kommen diese Stoffe eigentlich ins Wasser?

Die Eintragspfade sind vielfältig. Flüsse, zum Beispiel, nehmen geklärtes Abwasser aus kommunalen wie industriellen Kläranlagen auf. Zudem werden Gewerbebetrieben unterschiedlichste Einleitungen erlaubt. Aber auch Starkregenereignisse können Schadstoffe von Gebäuden, Straßen und sonstigen Oberflächen oder von landwirtschaftlich genutzten Flächen abschwemmen. Selbst im Grundwasser finden sich Stoffe wie Nitrat und Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln aus Anwendungen in der Landwirtschaft wieder.

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Es gibt auf der Welt tausende organische und anorganische Verbindungen. Nach welchen Kriterien suchen Sie aus, auf welche Stoffe Sie untersuchen?

Mitarbeiter der Stadtwerke Essen sowie der Westfälischen Wasser- und Umweltanalytik (WWU) sind im ständigen Austausch über die für das Wasser relevanten Stoffe. Ins Blickfeld gelangen dabei nicht nur die Ausgangsverbindungen, sondern auch die Umwandlungsprodukte, die aus diesen Ausgangsstoffen in der Umwelt oder bei der Trinkwasseraufbereitung entstehen können. In Abhängigkeit vom Entstehungsvorgang werden sie als „Metabolite“ oder „Transformationsprodukte“. Von besonderer Bedeutung ist daher die ständige fachliche Diskussion innerhalb der gesamten Wasserwirtschaft in Deutschland und Europa. Eingebunden in diesen Prozess sind neben den Versorgungsunternehmen die Fachverbände (wie z. B. der DVGW als technischer Verein für das Gas- und Wasserfach) und die für Umwelt und Trinkwasser zuständigen Fachbehörden. Damit ist sichergestellt, dass auch neue Entwicklungen rechtzeitig erkannt werden. Sollten Stoffe für das Ruhrwasser theoretisch oder praktisch als relevant eingestuft werden, gelangen sie ins langjährige Untersuchungsprogramm. Wenn im Zuge der Überwachung Stoffe vorkommen, für die es keine Bewertung gibt, wird aktiv beim Bundesumweltamt nach einer Bewertung gefragt. Dies ist beispielsweise beim Stoff TOSU so geschehen.

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ETBE

Ethyl-tertiär-butylesther

Weitere Erklärung innerhalb der Analyse unter: Organische Spurenstoffe - Leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe.

GOW

Gesundheitlicher Orientierungswert

Weitere Erklärung unter: Informationen - Bewertung von Spurenstoffen.

LHKW

Leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe

Weitere Erklärung innerhalb der Analyse unter: Organische Spurenstoffe - Leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe.

MTBE

Methyl-tertiär-butylesther

Weitere Erklärung innerhalb der Analyse unter: Organische Spurenstoffe - Leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe

PAK

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

Weitere Erklärung innerhalb der Analyse unter: Organische Spurenstoffe - Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe.

PFT

Perfluorierte Tenside

Weitere Erklärung innerhalb der Analyse unter: Organische Spurenstoffe - Perfluorierte Verbindungen.

pH-Wert

Der pH-Wert ist ein Maß für den sauren oder basischen (alkalischen) Charakter eines Trinkwassers. Er ist eine dimensionslose Zahl und gibt die Wasserstoffionen-Konzentration im Wasser an. 

Ein Wasser ist neutral, wenn sein pH-Wert bei 7,0 liegt. Unter pH 7,0 ist ein Wasser sauer, über pH 7,0 ist ein Wasser basisch.

Trinkwasserleitungen oder Armaturen können durch saures oder sehr weiches Wasser angegriffen werden. Daher ist es nötig das Trinkwasser in das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht zu bringen.
Hierbei spielen die Härtebildner Calcium und Magnesium im Zusammenhang mit der freien Kohlensäure eine Rolle.
Die Vorgabe der Trinkwasserverordnung legt einen Bereich von pH ≥ 6,9 und ≤ 9,5 fest.
Bei den meisten Trinkwässern liegt der pH-Wert zwischen 7,3 und 8,1 und entspricht somit der Forderung der Trinkwasserverordnung.

PSM

Pflanzenschutzmittel

Weitere Erklärung innerhalb der Analyse unter: Organische Spurenstoffe - Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel.

SAK

Spektraler Absorptionskoeffizient

Der Spektrale Absorptionskoeffizient kann bei verschiedenen Wellenlängen gemessen werden und ist ein Maß für die Durchlässigkeit des Wassers von Licht.

Bei einer Wellenlänge von 254 nm (Nanometer) absorbieren hauptsächlich organische Stoffe das Licht. Dieser Parameter ist somit ein Summenparameter zur Beurteilung der organischen Inhaltstoffe eines Trinkwassers.

Bei einer Wellenlänge von 436 nm (Nanometer) wird die Färbung des Wassers gemessen.

THM

Trihalogenmethane

Weitere Erklärung innerhalb der Analyse unter: Organische Spurenstoffe - Trihalogenmethane.

TOC/DOC

Total Organic Carbon (Gesamt organischer Kohlenstoff) ist ein Summenparameter für alle organischen Bestandteile im Wasser. Dabei handelt es sich hauptsächlich um natürliche Verbindungen wie z.B. Huminstoffe.

Dissolved Organic Carbon (Gelöster Organischer Kohlenstoff)

Der Wert des DOC ist meistens identisch mit dem Wert des TOC, da im Trinkwasser keine oder nur sehr geringe Anteile an ungelösten Stoffen vorhanden sind.